Gemeinde Protokollbuch 1870

 

Aus dem Gemeindeprotokollbuch in Oppeln

 

Geschehen Oppeln, den 3.Januar 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


1. Die Wahl dreier Ausschußmitglieder  1 von Norden und 2 von Süden.

2. Die Wahl zweier Feuergeschworenen   1 von Norden und 1 von Süden.

3. Die Festsetzung des Landschöffenhafer

4. Die Meldung der Veränderungen in der Häusersteuer - Rolle durch Kauf, Tausch pp - Namenumschreibung unter Vorzeigung der Contracte.

5. Die Zahlung der Rechnung des Peter Bartels von 1rß17ge6d wegen eines Gesuchs wegen der Canal - Schulden aus der Gemeindecasse.

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Geschehen Oppeln, den 15.Januar 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Verpflegungskosten des unehelichen Kindes der Catrina Arp von Neujahr 1870 an.

2. Kaufcontract der Maria Cordes mit Harm Schlichting

3. Unterbringung des Knaben Diedr. Tiedemann bei Heinrich Thorhorst auf den Sommer 1870.

4. Contract mit dem Gemeindediener vom 21.Decb. 1867 wegen Porto der Gem. Briefe.





Geschehen Oppeln, den 2.Februar 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:

1. Die Erhöhung des neuen Weges nach einem Schreiben des Königl. Amtes vom 31.Decbr. 1869.
2. Die Anlegung eines neuen Weges nach Bovenmoor nach demselben Schreiben.
3. Die Anlegung eines Fußsteiges auf dem Westerwege im Süden der Kirche.
4. Eine Zulage zum Gehalte des Gemeindedieners Claus Bartels für das Jahr 1870.
5. Die Inkostgebung des bei H. Thorhorst befindlichen Knaben Diedrich Tiedemann von Ostern 1870 an auf 1 oder mehrere Jahre.
6. Den Kaufcontract der Maria cordes - Verkauf ihrer Wohnstelle an Harm Schlichting.
7. Rechnungsablage des Gemeindevorstehers - Gemeinde - u. Armenrechnung pro 1869.

Gegenwärtig.

1. Jürgen Albers.  2. Lafrenz Goldmann.
3. Claus Ehlers.   4. Andreas Reyelt.   Gemeindeausschuß.
5. Hinrich Kröncke. 6. Hinrich Strunck.
7. Joh. Raape.     8. Diedrich Corleis.
9. Peter Bartels, Beigeordneter
10.Hinrich Griemsmann Gemeindevorsteher, und mit den erschienenen Interessenten 41 Stimmen.

In den rubricirten Angelegenheiten waren sämmtliche Interesenten unter der Verwarung daß Ausbleibende sich die Beschlüße der Anwesenden gefallen laßen müßen, und der Gemeindeausschuß bei 10 Gr Strafe zu einer Versammlung auf Heute verabladet und waren vorstehend Verzeichnete erschienen.

ad 1. Waren von den vorhandenen 41 Stimmen nur 3 für die Erhöhung des neuen Weges, die übrigen 38 Stimmen waren gegen die Erhöhung, aber bereit, den Weg zu verbessern, auch die nidrigen Stellen zu erhöhen oder auszubessern, überhaupt den ganzen Weg stets in fahrbaren Zustand zu erhalten, wie auch bis her derselbe fahrbar gewesen ist.

ad 2. Die Anlegung eines Weges nach Bovenmoor betreffend wurden die Berathungen und Abstimmungen darüber ausgesetzt.

ad 3. Wurde für gut angesehen statt eines Fußdeiches einen Fußsteig oder Fußpfad herzustellen, der nun gangbar ist und an den niedrigsten Stellen so hoch zu machen, daß er wasserfrei sei. Da sich nun 2 Parteien bildeten, waren die Eine eine von der Kirche nach Süden als Schulweg bis nach der Oppelner Geest nach Bahlkes Deich. Die andere ging bis nach der Mühle in Norden. So wurde abgestimmt und stimmte bis zur Kirche. ganz durch nach der Mühle.
Diese Abstimmung unterblieb, weil man glaubte, daß man ganz davon frei kommen könne, diesen Fußpfad herzustellen, weil man noch den Osterweg und auch noch den Audeich komme und dann zur Schule ( über ein Stück zur Audeich ) Es ward die Sache ausgesetzt -

ad 4. Wegen der Zulage zum Gehalt des Gemeinde-Dieners wurde einstimmig demselben 10? als ... bewilligt zu den 20?, so daß das ganze Gehalt jetzt 30? ( als Bote und Gemeindediener ) ausmache. Dies geht von Neujahr 1870 an.

ad 5. Da sich keiner fand, den Diedrich Tiedemann in Kost zu nehmen, so wurde die Inkostgebung desselben ausgesetzt und solle versucht werden, denselben zu ... oder sonst unterzubringen.

ad 6. Der Kaufcontract der Witwe Cordes mit Harm Schlichting ist von demselben der Gemeinde unter einen Vortheil von 10rß abgetreten, darnach zahlt die Gemeinde dem Herm Schlichting Ostern 1870 seine ausgezahlten 50? an die Ww. Maria Cordes und noch 10rß, zusammen 80 Mark und ist somit im Besitze der obigen Stelle.

ad 7. Die Gemeinde - u. Gemeindearmenrechnung pro 1869 wurde laut und deutlich vorgelesen und wo es nöthig war erklärt und hatte Niemand Erinnerung gegen Dieselbe zu machen, und somit von der Gemeinde dem Gemeindevorsteher abgenommen. Es wurden zur Prüfung derselben 2 Interessenten gewählt nämlich Johann Raap u. Hinrich Strunck und weiter keine Revision des Königlichen Amtes beantragt und sollen dann noch die Rechnungen zur Einsicht aller Betheiligten 8 Tage ausgelegt werden, vom 6. bis zum 14.Febr. d. J.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben.
Geschehen wie oben. Unterschriften.





Geschehen Oppeln, den 19.Februar 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


1. Die Hülfsbedürftigkeit der in Westersode erkrankten Christine Dohrmann, laut ärztlicher Bescheinigung nicht transportfähig.

2. Die Hülfsbedürftige Lage der Margrethe Elisabeth Eckhoff, geb. Brüning, augenblicklich im Hause des Vaters in S.E. Oppeln.
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Geschehen Oppeln, den 5.März 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


1. Die Verpflegung der Maria Cordes.

2. Die Forderung des Dienstherrn der Christine Dohrmann, Elfers Reese zu Westersode von 4? für 9 Tage.

3. Die Adoption des unehelichen Kindes der Marie Ahlf von Hinrich Borchers zum Zollbaum. Der das Kind 4 Jahre in Alimentation gestelt.
   (Hinrich Borchers, seine Frau Joh. V. M... als Vormund des Kindes sind durch Cl. Bartels geladen.)





Geschehen Oppeln, den 19.März 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Herstellung eines gangbaren Fußweges auf dem Westerwege.

2. Die Übernahme der Alimentation der 3 Kinder Anna M... Marie Stender und Diedrich Tiedemann.

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ad 1. Es wurde anerkannt, daß der Fußweg entweder auf der ganzen Länge des Westerweges, also nicht bloß von Süden nach der Kirche, oder gar nicht hergestellt werden müße. Da man sich aber nicht einig werden konnte, so wurde abgestimmt, ob der Weg hergestellt werden solle, oder nicht. Es stimmten nun von den 26 Stimmen:
   Für die Herstellung   - 15 Stimmen
   Gegen dieselbe        - 11 Stimmen.

 b) Weiter war man einstimmig, daß der Fußweg auf der Westseite des Westerweges hergestellt werde.

 c) Wie nun der Fußweg hergestellt werde, wurde man sich einig, daß solche die Besitzer der Acker im Weggestück solche dargestellt übernehmen müßte, daß die der Acker die Hälfte von ihren Stücken, und die der Wegestücke die andere Hälfte und zwar für die Acker die nördliche, die Wegstücke die südliche Hälfte hergestellt werde. So wie der Fußweg querüber nicht auch der Fußweg an demselben übernommen und hergestellt werde. Überall muß der Fußweg gangbar sein zu jeder Jahreszeit.
 d) Der Fußweg muß wenigstens vor Jacobi d. J. fertig gemacht sein.
ad 2. ..........





Geschehen Oppeln, den 1.April 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Den Contract mit dem Hausmann August Söhl zu Osterbruch wegen Inkostnahme des Diedrich Tiedemann.

2. Die Unterbringung der Maria Stender und Anna Meyer.

3. Die Auswanderung des Jürgen Hinrich Rennebeck nach Amerika vor seinem Militairdienst.




Geschehen Oppeln, den 14.April 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


1. Die Auslosung neuer Weggeschworenen, 1 für Süden und 1 für Norden.

2. Die Reparaturkosten der Gemeindehäuser, welche von der Witwe Mangels und Ww. Cordes erkauft sind.
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ad 2. Die Reparaturen der genannten Gemeindehäuser anbelangend, wurde der Gemeindevorsteher ermächtigt dieselben nachzusehen und ...te nöthig befunden herzustellen.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben
Geschehen wie oben.
Unterschriften.





Geschehen Oppeln, 3.Juni 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


1. Die Strafgelder vom 22. Septbr. 1869, welche zur Deckung der Nothgelds-casse nicht ausreichen.

2. Die Zahlung der Forderung des Herrn Hoppe zu Bülkau für Arznei für die Ww. Cordes von 4?8?5? aus der Gemeinde-Casse zu bewilligen.

3. Die Heilungskosten ad circa 10? des an den Augen leidenden Kinder der Tochter des Diedrich Meyer in N.E. Oppeln aus der Gemeinde-Casse zu bewilligen.

4. Die Herstellung des Fußpfades auf dem Westerwege, wo die alleinige Erhöhung des Fußsteiges nicht ausreicht.
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ad 4. Wegen des Fußweges vor dem Triftacker auf dem Westerwege wolle man jetzt noch keine besondere Erhöhung des Fußweges des Westerweges und des Triftackers vornehmen, wenn aber es sich herausstellen sollte, daß der Fußsteig sich nicht hält und wasserfrei bleibt, so wolle man dann die erforderliche Erhöhung vornehmen.

Vorgelesen , genehmigt und unterschrieben.
Geschehen wie oben.
Unterschriften.





Geschehen Oppeln, den 26.Juli 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Anfertigung einer Quartirungsliste der Cavalleri und Infanterie.

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2, Reparatur der Brücke in dem Osterwege bei Peter Bartels Hause.
Dieselbe soll, wie einstimmig beschloßen, mit frischen Brettern von Tannenholz überkleidet werden, und wird Johann Raap die Arbeit übertragen.

Vorgelesen , genehmigt und unterschrieben.
Geschehen wie oben.
Unterschriften.





Geschehen Oppeln, den 3.August 1870 im Hause des Gastwirths Andreas Reyelt betreffend:


1. Unterstützungsbedürftige Familien des einberufenden Militair ( Angabe derselben ).

2. Geldsammlung und Unterstützung für dieselben.

3. Wie Lieferung von Schapie u. Verbandsachen für die verwundeten Krieger zu beschaffen.

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ad 1. Nach genauer Nachfrage und Durchsicht waren augenblicklich in der Gemeinde Oppeln Hülfsbedürftige Familien einberufener Krieger nicht vorhanden.

ad 2. Wegen der Geldsammlung und Unterstützung für die bedürftigen Familien der einberufenen Krieger soll, wie einstimmig beschlossen, solche den ersten Tag vorgenommen werden.

ad 3. Desgleichen soll für Lieferung von Verbands = Gegenständen als Schapie und Leinen gleichzeitig gesorgt werden.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben.
Geschehen wie oben.
Unterschriften.




Geschehen Oppeln, den 13.Aug. 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Angabe der zweispänigen Fuhren in der Gemeinde.

2. Geldsammlung u. Lieferung von Lazarethgegenstände für die verwundeten Krieger.
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ad 1. Es wurden die 2spännigen Fuhren in der Gemeinde Oppeln aufgesucht und ergab deren Zahl 18 Fuhren, welche in einem besonderen Verzeichnis dem Königlichen Amt überreicht werden soll.

ad 2. Wurde beschloßen, die Sammlung des Geldes zur Hälfte und gelieferten Verbandsgegenstende insgesammt an die betreffende ... abzusenden.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben.
Geschehen wie oben.
Unterschriften.





Geschehen Oppeln, den 2.Sept. 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Ärztliche Unterstützungskosten der Gemeindecasse für Wilhelm Andreas Schulte, welcher am 7.Sept. zum Militair einberufen und Krankheitshalber nicht eintreten kann.

2. Unterstützung der Ehefrau u. Kind des Militair Ch. Hinrich Arp

3. D Personenstands- u. Classensteuer - Rolle für das Jahr 1870.

Gegenwärtig.




In den obigen Angelegenheiten war der hiesige Gemeindeausschuß bei 10? Strafe und unter der Verwarnung, daß Ausbleibende sich die Beschlüße der Anwesenden gefallen lassen müssen auf heute zu einer Versammlung geladen u. warn vorstehend Verzeichnete erschienen.


(Anmerkung MR. (Es war wohl keiner erschienen.))




Geschehen Oppeln, den 12.Septbr. 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


Die Wahl einer Einschätzungs - Commision der Classensteuer pro 1871.
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Geschehen Oppeln, den 22.October. 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt  betreffend:


1. Die Unterstützung der Familien der einberufenen Militairpflichtigen aus der Gemeinde - Casse.

2. Ob die Abgeordneten - Wahl in Kehdingbruch Statt finden soll ?




ad 2. Kam man überein, sich beim Königlichen Amt schriftlich zu äußern, daß, da Amtsseitig versprochen, daß die Wahl dies mal in Oppeln Statt finden solle und der Vorstand voriges mal rücksichtslos gehandelt, man sich nicht an der Wahl betheiligen werde, wenn dieselbe nicht in Oppeln Statt finden kann.

Vorgelesen , genehmigt u. unterschrieben.
Geschehen wie oben.
Unterschriften.




Geschehen Oppeln, den 29.October 1870 im Kirchspielshause bei Andreas Reyelt betreffend:


1. Die Unterstützung der Familien der einberufenen Militairpflichtigen aus der Gemeinde - Casse

2. Antrag des Deichgeschworenen Heinrich Dittmer die Herstellung und Erhaltung des Ostdeiches in schaubaren Zustande, den Oppeler Antheil nämlich insgemein aus der Gemeinde- Casse zu beschaffen, oder von jedem einzelnen Interessenten wie bis her.

3. Die Öffnung und Schließung der Schleußen

4. Das Schaufeln der Aue.

5. Antrag des Heinrich Rennebeck wegen Befriedigung des Triftackers durch Auswerfen des Grabens, wodurch zugleich der Weg gebessert wird.

6. Einreichung der Gemeinderechnungen in der Versammlung.
 


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